Dienstag, 5. Mai 2015

So lernt man sein Baby kennen...

Zwei Eigenschaften meines Ungeborenen kristallisieren sich langsam heraus.

1.) Es hat ein Faible für Drama.
Und
2.) Es liebt den großen Auftritt!

Diesen Blogeintrag schreibe ich gerade aus einem Krankenhausbett heraus. Den Berliner Kampftag haben wir schön gemütlich in Kleinbeeren verbracht. Fux kam zu Besuch, wir haben Torte und später Pizza gefuttert und nachdem wir rausbekommen hatten wie man bei Sky einen Film bucht haben wir uns auch noch 'Der Hobbit: Schlacht der fünf Heere' angesehen.
Auf Fuxs Heimfahrsstrecke entdeckten wir dann Schwierigkeiten mit der Verbindung und um nicht zu riskieren irgendwo rein zu geraten beschloss sie dich noch spontan über Nacht zu bleiben. Wir quatschten dann also noch bis gut 0:45 Uhr weiter und fielen ins Bett.

4:25 Uhr erwachte ich dann, Amy schlief aufs niedlichste auf meine  Beinen, doch dazwischen fühlte ich mich feucht an. Unsicher was es sein könnte, auf Schweiz hoffend beschloss ich die Toilette auf zu suchen. Selbst wenn es Blut sei, das Kind würde ich schon nicht verlieren, ein Baby von bald 7cm Größe wäre etwas anderes als ein paar Tropfen Blut.

Dann aber *platsch*.

Ich hatte es gemerkt, irgendetwas war aus mir raus geflutscht. Wie in Trance weckte ich Jörn, der mir sofort die Frage stellte 'Arzt oder nicht?'. Dann kam eine sehr schwere Entscheidung. Wollte ich wissen was da jetzt in meiner Toilette lag. Während ich noch mit mir ringend davor saß, mein Katerchen mich liebevoll anstuppste und Jörn alles zum Aufbruch fertig machte entschied ich, dass ich es mir nie verzeihen würde, wäre dies Pixelchen, die Klospülung betätigt zu haben. Ein wiederlicher, grob Kegelförmiger, ca 6cm großer, dunkelroter Klumpen kam zum Vorschein, dem nicht anzusehen war was er war.

Mein besorgter, aber den Kopf behaltender Mann verfrachtete mich, das besorgniserregende Ding - sicher verpackt - und eine kleine flux gepackte Tasche mit meinen Papieren, dem Tablett und einem Buch ins Auto und fuhr uns mit einer Selbstbeherrschung gegenüber dem Berliner Ampelsysthem, die seinesgleichen sucht ins St. Joseph.

Ich versuchte ruhig zu bleiben und zu interpretieren ob mir vor Angst so übel war oder ich es als gutes Zeichen sehen könnte.

In der Notaufnahme kamen wir sofort dran und anders als beim letzten Mal wurden wir direkt in einen Untersuchungsraum geschickt. Ich bekam einen Zugang, mein Puls war unter der Decke und mein Blutdruck auch. In der gynäkologischen Notaufnahme nahm sich erneut Frau Dyck meiner an. Auf ihrem Untersuchungsstuhl dann die Erleichterung! Agil und Gesund präsentierte sich unser Pixelchen von seiner besten Seite. Nun ja, eher wieder von allen Seiten, was auch diese Ärztin zu dem Ausspruch verleitete, dass wir ein sehr Agiles Baby hätten.

Jörn hofft jetzt das das kein Zeichen für den späteren Aktivitätsgrad ist.

Sie nannte irgendetwas mit K was dieser Klumpen sein könnte. Wohl nur eine große Menge geronnenen Blutes. Er landete so schnell wie möglich im Müll und ich auf der Gynäkologischen Station. Ich soll wohl ein paar Tage hier bleiben mit strener Bettruhe. Eine Erklärung für meine Blutungen gibt es nicht. Jetzt geht der erste Tag hier dem Nachmittag entgegen, ich liege mit 3 Frauen auf dem Zimmer - einer sehr netten, nur Arabisch sprechenden jungen Frau im 8. Monat, einer starken türkischen Frau, die gerade Zwillingsfrühchen entbunden hat und einer weiteren, die eigentlich in die Innere gehört - und warte darauf, dass gleich mein erster Besuch kommt.

So viel zu der Planung heute mit meiner Mutter im Sterncenter bummeln zu gehen und Peking Ente werde ich wohl nie essen. Immer wenn ich da ei Essen plane kommt ordentlich etwas dazwischen.

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