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Samstag, 14. November 2015

Hochs und Tiefs...

... wie die Alpen? Himalaja und Mariannengraben treffen es eher.

Ich habe noch keine gleichzeitig so schöne und so schlimme Zeit erlebt. Es ist wie bei einer Katastrophe, die Menschen rücken näher zusammen und meine Familie war dieses Wunder und die gute Zeit. Die Wochenbettstation war die andere Hälfte.

Zunächst möchte ich sagen, dass ich den Schwestern persönlich wenig übel nehme und primär das System und die Krankenhausleitung dafür verantwortlich zeichne. Dennoch kann ich nicht umhin diese Zeit ohne Vorwürfe zu schildern.
Das Schlimmste kam zu Anfang.
Gegen 22 Uhr musste auch Jörn das Krankenhaus verlassen. Ich dämmerte unter Schmerzmitteln vor mich hin und wenn sie nach ließen erwachte ich, unbeweglich durch Narbe und Katheter, und litt bis die nächste Tablette wirkte. Ich versuchte in den Wachphasen (auch unter Schmerzen) anhand eines Anleitungszettels und zwischendurch zugeworfener Anweisungen meine Brust auszustreichen und zur Milchproduktion an zu regen. Ich schickte Spritzen mit 1ml Milch nach unten auf die Kinderstation und hatte so das Gefühl meinem Sohn wenigstens etwas zu geben.

Hustenanfälle mit einer frischen Kaiserschnittnarbe sind die schlimmsten Schmerzen, die ich je erlebt habe!

Gegen 3 oder 4 Uhr erkundigte ich mich bei der Nachtschwester, von der ich gerade neue Medikamente erhalten hatte, wie es damit aussähe mich zu Hagen runterbringen zu können. Ihre Antwort war ein anfahren: "Ich kann mich ja nicht nur um sie kümmern!"
Das ließ mich so verstört zurück, dass ich mich bis sich um 6 die Frühschicht vorstellte nicht mehr meldete. Ich bat darum einen Aufstehversuch machen zu dürfen um den Katheter los zu werden und nun endlich zu Hagen zu kommen. Sie sagten sie würden fix ihre Morgenrunde machen um dann in Ruhe mit mir den Aufstehversuch durchzuführen.
Um 7 kam meine Mutter. (Jörn war total erkältet und musste sich dringend ausschlafen.) Um 8 nötigte meine Mutter eine Schwester zumindest mal meinen Katheter zu leeren. Die meinte lässig, das verursache keine Harnwehsentzündung wenn der voll wäre. Ich schoss zurück das es aber Schmerzen verursache. Um 9 erst kamen die Schwestern wegen des Aufstehens zu mir. Sie bestanden darauf das ich über die Seitenlage hoch käme, was mich aber vor Schmerzen fast ohnmächtig werden ließ.
Ich brach in Tränen aus, ich wollte zu Hagen. Spätestens jetzt kam die klare Aufforderung, 'dann bringen sie mich eben mit dem Bett runter!' Ich war schockiert als die Schwester mit Ausflüchten anfing, sie wisse nicht ob unten in der Kinderstation genug Platz sei und man müsse ersteinmal das Personal dafür auftreiben.
Von wegen ich könne jederzeit zu meinem Kind, ich müsse es nur sagen... Aussage der entbindenden Hebamme.
Meine Mutter reagierte entrüstet. Sie wäre mit meiner Vollmacht schon mehrere Male unten gewesen und der Platz sei da. Damit, sie müsse unten anrufen, stahl sich die Schwester aus meinem Zimmer. Dann hörte ich nichts mehr von ihr. Wir fragten nach, ich wurde zusehenst unruhiger. Gegen 12 war ich das reinste Nervenbündel und am heulen. Nachfragen ergaben nur vertrösten.
Meine Mutter schnappte sich irgendwann eigenmächtig den Pflegeschüler, der das Mittagsgeschirr abräumte, fragte unten kurz nach und fuhr mich mit ihm runter. 28.09.2015, ca. 14 Uhr. Circa 20 Stunden nachdem er mir mit dem Worten ich könne ihn jederzeit wieder sehen weggenommen worden war sah ich endlich Hagen wieder.
Unten meinten sie sie hätten genug Hebammenschüler auf der Station die mich holen können, man müsste nur kurz anrufen... so viel dazu die Wochenbettstation fragt mal nach und ruft kurz an.

Diese 20 Stunden, diese Fehlaussage... dieses Wissen, dass die Hebamme heute wahrscheinlich auch Müttern mit diesem Versprechen ihr Kind abnimmt und die dann das gleiche mitmachen, macht mich bis heute fertig. Es hat einen tiefen knick in meinem Vertrauen zu Ärzten und erweitertem medizinischen Personal hinterlassen der mich noch lange begleiten wird; Diese 20 Stunden, um die ich mich schmerzlich betrogen fühle, wahrscheinlich den rest meines Lebens.

Er lag auf der 60, der Kinderstation, nicht der 62, Kinderintensiv. Er hatte ein Wärmebett, einen Zugang in einer Hand und Monitorkontrollkabel auf die Brust geklebt. Ich wusste gar nicht wie ich ihn anfassen sollte und hatte Angst ihm weh zu tun. Das Gefühl ihn zu halten war einfach nur schön.

Später, gegen 16 Uhr  ersuchte ich noch einmal aufzustehen. Dies mal nur mit einer Schwesternschülerin, die es mir überließ wir ich hochkommen wollte und nur wenn nötig Hilfestellung gab. Binnen kürzester Zeit stand ich aufrecht, konnte ein paar Schritte gehen und mich in einen Rollstuhl setzen. Von da an brachten mich Jörn, der als es ihm besser ging nachgekommen war, und meine Ma abwechselnd runter.

Als am Nachmittag mein Katheter wieder zu 3/4 voll war sagten wir bescheid. Wieder wurde rumgepampt das habe doch keine Eile, als er endlich geleert wurde war er wieder bis zum Anschlag voll. Diese Sache beschreibt irgendwie perfekt wie es auf der Wochenbettstation zu ging. Erst wurde man vergessen, dann musste man selbständig hinterher rennen, was genervte Schwestern verursachte und wenn sich dann gekümmert wurde geschah das aber wenigstens gut und fachgerecht.

Am Dienstag Morgen bekam ich eine Zimmernachbarin. Ich malte mir nur aus was für eine schreckliche Zimmernachbarin ich ihr wäre. Alle 4 Stunden wach vor Schmerzen, wachphasen mitten in der Nacht usw. Ein Glück kam es nicht dazu. Ich wurde meinen Katheter los und mein ständiges nerven und an ein Familienzimmer zu erinnern hatte Erfolg. Jörn kam dazu und damit wuchs meine Mobilität enorm.
Hagen hatte am Morgen eine Sonde bekommen, da er nicht gut gegessen hatte. Ich glaubte es lag daran,dass derjenige der ihn morgens gefüttert hatte keine Geduld gehabt hätte und zu früh Schluss machte. Wir behielten recht damit. Er aß gut und da ich nun auch die Milchpumpen nutzen konnte bekam er mehr und mehr von mir. Wir fuhren zu jeder Fütterungszeit runter, wir kümmerten uns so gut wir konnten. In der Nacht bewies er das er Jörns Sohn ist, nahm die Dinge selbst in die Hand und zog sich selbst die Sonde. Er aß gut, hielt seine Temperatur und seine Zuckerwerte stabilisierten sich. Der Zugang konnte weg und wir waren überglücklich als wir ihn Mittwoch Abend zu uns aufs Zimmer holen konnten.
Ich packte mein endlich kabelloses Baby aus, mich auch, und verbrachte ein paar der glücklichsten Stunden meines Lebens mit meinem Kind auf der Brust und meinem Mann neben mir. In der Nacht bekam ich auch plötzlich meinen Milcheinschuss und hatte ich noch zuvor die Schwestern mit Fragen nach der besten Milchnahrung genervt war diese Sorge nun gegenstandslos.

Leider endeten mit diesem schönen Moment die doofen nicht. Waren auf der Kreißsaalstation Tee, Milch und Obst immer vorhanden war sogar Wasser hier eine Mangelware. Auch nach Tagen, ständigem Kümmelteetrinkens und Abblähmedikamenten war mein Bauch immer noch der reinste Luftballon. Erst Zuhause, durch den Tipp meiner Hebamme mich mal aus dem Vierfüsslerstand auf den Bauch zu legen bildete der sich zurück. Auf Station bekam ich immer nur ratlose Gesichter und Schulterzucken.
Jörns Bitte um ein 2. Kissen, da er extreme Rückenschmerzen durch das Krankenhausbett hatte hat 1,5 Tage gedauert um ihr nach zu kommen. Es gab Tage an denen die Mülleimer nicht geleert wurden und so brachten irgendwann mein Mann und meine Mutter selbständig die 3 1,20m hohen, total überfüllten Eimer vors Schwesternzimmer und bekamen einen Ort zugewiesen wo die geleert werden konnten. Die Reinigungskräfte hatten unser Zimmer einfach vergessen/übergangen/übersehen.
Dann bekam Hagen auch noch Gelbsucht und wir mussten einen Tag länger bleiben, damit er 2x 6 Stunden bestrahlt werden konnte. Nach zweimaligem zeigen konnten wir ihn selbst in dem Kasten wickeln und mit abgepumpter Milch füttern. Die Schwestern waren dankbar, dass wir ihn dort so gut und selbständig versorgen konnten... und vergaßen uns promt wieder. Hatten sie uns vorher eingeimpft wie wichtig die Einhaltung der Zeiten wäre, 6 Stunden bestrahlen, 2 Stunden Pause, dann wieder 6 Stunden bestrahlen und schlussendlich ein Bluttest, mussten wir plötzlich doch wieder hinter allem hinterher rennen und wurden jedes mal gerügt, was uns denn einfiele, sie hätten uns schon nicht vergessen und auf 45 Minuten käme es ja nicht an... Nur wenn wir nicht nachfragten passierte auch nichts. Und wenn man mal nachrrechnet, dauert die ganze Prozedur mindestens 14 Stunden und wir wollten nicht noch einen Tag bleiben müssen, da die Ärzte ab einer bestimmten Nachtzeit den Bluttest auf den nächsten Tag verschieben würden.

Kein Krankenhausaufenthalt löst bei mir im Nachhinein noch so viele Ängste aus wie dieser. Eingeschlossen derer bei denen mir ein Arzt solches Nasenbluten verpasste, dass ich aussah wie ein Schwerstunfall oder der wo eine Oma im Bett neben mir fast verendete, um Hilfe rief oder schmatzte, dass ich selbst mit verstopften Ohren nicht schlafen konnte.
Wenn ich es vermeiden kann werde ich nie, nie wieder ins Vivantes Neukölln gehen. Der einzige Grund wäre wenn es medizinisch notwendig ist, denn fachlich leisten sie gute Arbeit. Wäre da nur nicht das die Patienten auch noch Menschen wären mit weiteren Bedürfnissen als der direkten medizinischen Betreuung. Selbstverständlich wurden auch sämtliche Papiere vergessen. Arztberichte und Ähnliches habe ich nicht bekommen, die Frühchenbescheinigung konnte ich ein Glück per Post noch zugeschickt bekommen.

Um nicht wahnsinnig zu werden habe ich mich im Krankenhaus damit beschäftigt mir Blogeinträge über die ganzen schönen Kleinigkeiten auszumalen. Wie die ersten Milliliter Milch kamen. Hagens Engelslächeln. Vanillehörnchen und Kekse, die meine Schwester mir mitgebracht hatte und die mir das Leben retteten als ich bei lebendigem Leib ausgesaugt wurde. ;) Meine Mutter, die uns als wir wegen Hagens Gelbsucht einen Tag länger bleiben mussten und das Krankenhausessen satt hatten, uns mit einer Käseplatte und Erdbeeren überraschte. Mein Vater, der sich zuverlässig Zuhause um unsere Katzen kümmerte und uns ihre lustigen Geschichten zukommen ließ... Mein Schwager der dafür sorgte das ich online gehen konnte und so den Kontakt zur Aussenwelt hatte... Jetzt weiß ich leider gar nicht mehr alle, aber sie hinterlassen bei alldem ein schön warmes Gefühl.

Als wir Samstag endlich gehen konnten verließen wir regelrecht fluchtartig das Krankenhaus.

Meine Eltern begrüßten uns feierlich mit dekoriertem Haus. Meine Schwester, die extra für einen Tag vorbei gekommen war, half uns am Sonntag an zu kommen. Meine Hebamme, die selbst im Krankenhaus lag, gab mir gute Tipps per SMS. Und als ich mit Jörn noch Sonntag Nacht als Notfall ins St. Joseph fuhr, die mich wegen meiner immer noch übermäßigen Bauchschmerzen und meines massiv hohen Blutdrucks durchcheckten und endlich fachgerecht berieten kam ich wirklich Zuhause an.

...

Heute sind auf den Tag genau 4 Monate vergangen. Ich bin wieder in einem Krankenhaus, der St. Elisabeth Klinik in Tiergarten. (Keine Sorge, nichts ernstes, Hagen werden nur viele seiner gut 100 Blutschwämmchen entfernt.) Hier erleben wir das eine Klinik, auch mit Personalmangel, ganz anders sein kann. Wir sind immer gut informiert, regelmäßig guckt man nach uns und hat für alles ein offenes Ohr. Ich habe diesen Blogeintrag jetzt fertig geschrieben und wenn ich meine Kritik bei der Beschwerdestelle vom Vivantes Neukölln abgegeben habe werde ich vieles davon hoffentlich abhaken können.
Jetzt geht es weiter zu schöneren Zeiten.
Unser Kleiner lacht und wenn seine Augen blitzen geht für mich die Sonne auf. Ja, mal bin ich genervt, mal habe ich Schlafmangel und mal möchte ich etwas anderes tun als schon wieder zu wickeln, zu wiegen oder zu stillen, doch ich möchte es um nichts in der Welt eintauschen.

Hagen, du bist das alles wert und noch viel mehr. Ich liebe dich!

Dienstag, 5. Mai 2015

Krankenhaus Update

3 Internetlose Tage voller Ruhe und Tiefen später.

Die erste Nacht war übel. Die Gastropatientin, deren Lieblingsthema das innere ihres Darms war hat aufs innigste mit sich selbst gesprochen und fleißig mit ihrem Schrank geklappert. Ich war am nächsten Vormittag so depressiv, das Jörn mich nötigte um meine Verlegung zu bitten.
Die wurde prompt gewährt und auch meine beiden Zimmernachbarinnen wechselten die Zimmer. Das gab mir einen deutlich ruhigeren Sonntag Abend mit einer neuen Zimmernachbarin. Auch wenn sie um Welten angenehmer war stresste mich dennoch der Mangel an Privatsphäre; schöne Telefonate und ein Besuch von Jörn halfen den hoffentlich letzten Tag für längere Zeit hier zu überstehen. Und da meine Nachbarin auch noch heute Abend entlassen wurde habe ich jetzt ein Zimmer für mich, Pixelchen und meine gemeinerweise zurückgekommene Übelkeit alleine. Morgen gibt es noch einen Ultraschall, hoffentlich mehr Erkenntnisse und meine Entlassung.

... und bevor ich das hier abschicke tippe ich noch, dass ich jetzt wieder Zuhause bin, es mir und Pixelchen gut geht und ich mal morgen mit meiner Ärztin bespreche wie es weiter geht.

So lernt man sein Baby kennen...

Zwei Eigenschaften meines Ungeborenen kristallisieren sich langsam heraus.

1.) Es hat ein Faible für Drama.
Und
2.) Es liebt den großen Auftritt!

Diesen Blogeintrag schreibe ich gerade aus einem Krankenhausbett heraus. Den Berliner Kampftag haben wir schön gemütlich in Kleinbeeren verbracht. Fux kam zu Besuch, wir haben Torte und später Pizza gefuttert und nachdem wir rausbekommen hatten wie man bei Sky einen Film bucht haben wir uns auch noch 'Der Hobbit: Schlacht der fünf Heere' angesehen.
Auf Fuxs Heimfahrsstrecke entdeckten wir dann Schwierigkeiten mit der Verbindung und um nicht zu riskieren irgendwo rein zu geraten beschloss sie dich noch spontan über Nacht zu bleiben. Wir quatschten dann also noch bis gut 0:45 Uhr weiter und fielen ins Bett.

4:25 Uhr erwachte ich dann, Amy schlief aufs niedlichste auf meine  Beinen, doch dazwischen fühlte ich mich feucht an. Unsicher was es sein könnte, auf Schweiz hoffend beschloss ich die Toilette auf zu suchen. Selbst wenn es Blut sei, das Kind würde ich schon nicht verlieren, ein Baby von bald 7cm Größe wäre etwas anderes als ein paar Tropfen Blut.

Dann aber *platsch*.

Ich hatte es gemerkt, irgendetwas war aus mir raus geflutscht. Wie in Trance weckte ich Jörn, der mir sofort die Frage stellte 'Arzt oder nicht?'. Dann kam eine sehr schwere Entscheidung. Wollte ich wissen was da jetzt in meiner Toilette lag. Während ich noch mit mir ringend davor saß, mein Katerchen mich liebevoll anstuppste und Jörn alles zum Aufbruch fertig machte entschied ich, dass ich es mir nie verzeihen würde, wäre dies Pixelchen, die Klospülung betätigt zu haben. Ein wiederlicher, grob Kegelförmiger, ca 6cm großer, dunkelroter Klumpen kam zum Vorschein, dem nicht anzusehen war was er war.

Mein besorgter, aber den Kopf behaltender Mann verfrachtete mich, das besorgniserregende Ding - sicher verpackt - und eine kleine flux gepackte Tasche mit meinen Papieren, dem Tablett und einem Buch ins Auto und fuhr uns mit einer Selbstbeherrschung gegenüber dem Berliner Ampelsysthem, die seinesgleichen sucht ins St. Joseph.

Ich versuchte ruhig zu bleiben und zu interpretieren ob mir vor Angst so übel war oder ich es als gutes Zeichen sehen könnte.

In der Notaufnahme kamen wir sofort dran und anders als beim letzten Mal wurden wir direkt in einen Untersuchungsraum geschickt. Ich bekam einen Zugang, mein Puls war unter der Decke und mein Blutdruck auch. In der gynäkologischen Notaufnahme nahm sich erneut Frau Dyck meiner an. Auf ihrem Untersuchungsstuhl dann die Erleichterung! Agil und Gesund präsentierte sich unser Pixelchen von seiner besten Seite. Nun ja, eher wieder von allen Seiten, was auch diese Ärztin zu dem Ausspruch verleitete, dass wir ein sehr Agiles Baby hätten.

Jörn hofft jetzt das das kein Zeichen für den späteren Aktivitätsgrad ist.

Sie nannte irgendetwas mit K was dieser Klumpen sein könnte. Wohl nur eine große Menge geronnenen Blutes. Er landete so schnell wie möglich im Müll und ich auf der Gynäkologischen Station. Ich soll wohl ein paar Tage hier bleiben mit strener Bettruhe. Eine Erklärung für meine Blutungen gibt es nicht. Jetzt geht der erste Tag hier dem Nachmittag entgegen, ich liege mit 3 Frauen auf dem Zimmer - einer sehr netten, nur Arabisch sprechenden jungen Frau im 8. Monat, einer starken türkischen Frau, die gerade Zwillingsfrühchen entbunden hat und einer weiteren, die eigentlich in die Innere gehört - und warte darauf, dass gleich mein erster Besuch kommt.

So viel zu der Planung heute mit meiner Mutter im Sterncenter bummeln zu gehen und Peking Ente werde ich wohl nie essen. Immer wenn ich da ei Essen plane kommt ordentlich etwas dazwischen.

Donnerstag, 23. April 2015

Krankenhaus und Krankenhauserfahrungen

Montag waren Jörn und ich im Krankenhausfieber. Ich hatte mich schon mit Freunden beraten und recherchiert und ein Berliner Krankenhaus wuchs sich als klarer Favorit heraus. Das St. Joseph Krankenhaus in Tempelhof. www.skj.de
Wir haben also den letzten Besichtigungstermin dieses Monats genutzt und uns ganz frühzeitig dort informiert. Zunächst war ich geschockt, der Raum wurde so voll, es hat mich enorm gestresst. Der Vortrag aber war gut, die Ärzte und Hebammen sympathisch und Konzept und Ausstattung gefielen uns. Jörn war besonders begeistert, dass nur eine Begleitperson erwünscht ist und es kein 'werdende Großeltern Wartezimmer' gibt. Er hat mich also für sich.

Ich wurde auch was die Personenzahl an ging wieder ruhiger als bei der Besichtigung der Wochenbettstation gefragt wurde wer wann dran sei. Einige sogar schon im Mai, das Gro im August und September, nur eine ander Frau und ich waren die ersten Novembertermine. Klar, das wird mehr, doch es war gut zu sehen wie es sich allein schon auf die Monate verteilte.
Toll war dann auch als wir am Ende mit einem Mann ins Gespräch kamen der uns nach der Fülle der Station fragte. Wir erklärten ihm, wie wir es in dem Vortrag gehört hatten, dass es der Infoabend sei und davon ein besonders voller, da wegen Ostern einer ausgefallen war. Wir stellten neugierig die Gegenfrage wann denn der Termin seiner Frau wäre, da wir dachten er hätte sich zufällig der Gruppe einfach mit angeschlossen. Seine Antwort war: "Vor wenigen Stunden." Begleitet von einem breiten Grinsen. Wir konnten nur noch gratulieren.

Dienstag antwortete mir eine sehr nette Stimme am Telefon, als ich eine der Beleghebammen des Krankenhauses an rief, die zufällig in meinem Nachbarort wohnt. Im Mai treffen wir uns mal und gucken ob wir miteinander klar kommen.

Mittwoch meinte Pixelchen dann mich schocken zu müssen. Ich war auf der Arbeit gerade am überlegen ob ich langsam Feierabend mache oder mich noch einer Aufgabe widme und noch ein Stündchen bleibe, da bemeke ich, dass ich wieder Blutungen habe. Ich versuchte ruhig zu bleiben, doch die Angst begann fies zu Nagen... du bist erst in der 12. Woche... ab 13./14. Ist es halbwegs sicher, noch...
Ich hab durchgeatmet, meine Kolleginnen informiert und hab mich mit ihren guten Wünschen und ebenfalls der Empfehlung ruhig und entspannt zu bleiben ins Krankenhaus auf gemacht.
Dank Montag war die Adresse noch im Navi (Mittlerweile ist sie fest gespeichert.) und ich wusste grob wo ich hin muss. An der Information stand zufällig ein Pfleger, der mich gleich in den Kreißsaal lotsen wollte, doch die Dame an der Information wiegelte ihn ab, ich hätte 12. Woche gesagt, Kreißsaal wäre ab 24. und sie wies mir den Weg zur Notaufnahme. Dort wurden schnell meine Daten aufgenommen und danach war ich froh über die Bestuhlung. Sie haben da Bänke im Wartebereich und auf einer davon konnte ich mit meiner Tasche als Kopfkissen echt bequem liegen. Das tat gut, denn ich hatte das Gefühl, dass die körperliche Vertikale gerade nicht von Vorteil war. Als ich Jörn telefonisch erreichte wollte er sofort kommen, da ich gerade aber aufgerufen wurde befand ich das noch als unnötig. Der einzige Fall der mir da in der Situation jetzt in den Sinn kam wäre gewesen wenn Pixelchen jetzt nicht mehr da gewesen wäre und ich zu geschockt und verweint zum fahren gewesen wäre.
Eine etwas ältere Matrone nahm mich dann unter ihre Fittiche und brachte mich in einen Untersuchungsraum der noch moderner ausgestattet war als der meiner Topausgestatteten Frauenärztin.

Und dann hab ich es gesehen, Pixelchen, groß auf einem hochaufgelösten Monitor. Ein Gesicht war zu erkennen, eine Hand, die Nabelschnur und das Herz schlug kräftig. Als die Ärztin sagte es schlafe gerade bin ich fast in Tränen ausgebrochen. Das könne man jetzt schon erkennen? Ja, es sei so ruhig, man würde jetzt schon ohne Probleme Bewegungen sehen.
Ich war echt Glücklich und Erleichtert und Jörn ging es ebenso als ich heim kam. (Angerufen hab ich ihn natürlich schon vom Parkplatz aus, er sollte auch wissen, dass alles gut ist.)

Beim Verlassen kam ich auch wieder am Empfang vorbei und ich dachte mir warum sollte ich der netten Frau am Empfang nicht auch das Ende der Geschichte erzählen deren Anfang sie mitbekommen hatte. Ich an ihrer Stelle wäre neugierig gewesen. Sie hat sich so mit mir gefreut, dass sie mich umarmt hat. Ich glaube wir haben bei der Wahl des Krankenhauses die richtige Wahl getroffen. Ich fühle mich da echt gut versorgt.

Nun muss ich mich wieder eine Weile sehr schonen, noch ein paar Monate abwarten, und dann schaue ich wie es da weiter geht.